Akupunktur bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall - was Dir wirklich hilft
Du hast Schmerzen im unteren Rücken, vielleicht auch einen Bandscheibenvorfall in L4/L5 mit Ausstrahlung ins Bein – und fragst Dich, ob Akupunktur Dir dabei helfen kann? Das ist eine der Fragen, die mir in meiner Praxis in Bonn oft gestellt werden. Zurecht, denn Rückenschmerzen dieser Art gehören zu den hartnäckigsten Beschwerden überhaupt.
In diesem Artikel beantworte ich Dir die Fragen, die mir dazu am häufigsten begegnen – ehrlich und konkret, aus über 20 Jahren Praxiserfahrung.
Kann Akupunktur bei Schmerzen im unteren Rückenbereich helfen?
Ja, in meiner Erfahrung sehr gut. Aus Sicht der TCM entsteht Schmerz im unteren Rücken dort, wo Qi und Blut nicht mehr frei fließen können – meist durch eine Kombination aus Muskelverspannung, mechanischer Überlastung und, je nach Vorgeschichte, auch Kälte oder Blutmangel.
Der untere Rücken liegt zudem im Verlauf mehrerer wichtiger Leitbahnen, unter anderem der Blasen- und der Gallenblasen-Leitbahn. Diese ziehen sich über das Gesäß, die Außenseite des Oberschenkels bis hinunter zum Unterschenkel oder Fuß – genau die Wege, entlang derer sich Ausstrahlungsschmerzen typischerweise zeigen.
Weniger offensichtlich, aber mindestens genauso bedeutsam ist die Magen-Leitbahn auf der Körpervorderseite. Über ihre oberflächlichen Verläufe entlang des berühmten Iliopsoas (Hüftbeugemuskels) vom vorderen Teil der Lendenwirbelsäule bis zum Oberschenkel steht sie in engem Bezug zum unteren Rücken – und ist gerade bei Menschen, die viel sitzen, häufig sogar eine der Hauptursachen für Rückenschmerzen. Langes Sitzen verkürzt und schwächt diesen vorderseitigen Verlauf, was sich kompensatorisch als Verspannung und Schmerz im unteren Rücken zeigen kann. Deshalb beziehe ich bei entsprechendem Befund gezielt auch Punkte auf der Körpervorderseite in die Behandlung mit ein.
Mein Ziel in der Behandlung ist es, diesen Stau zu lösen: die umliegende Muskulatur zu entspannen, Nervenreizungen zu beruhigen und den freien Fluss von Qi und Blut wiederherzustellen.
Warum Ashi-Punkte bei orthopädischen Beschwerden so wichtig sind
Gerade bei Rückenschmerzen arbeite ich sehr gezielt mit sogenannten Ashi-Punkten. Das sind, anders als die klassischen, fest definierten Akupunkturpunkte auf den Leitbahnen, keine Punkte mit festem Ort und Namen – sondern die Stellen, die genau bei Dir, genau jetzt, empfindlich, verspannt oder gestaut sind.
„Ashi“ bedeutet sinngemäß so viel wie „Aua, genau da!“ – und das trifft es ziemlich gut. Ich finde diese Punkte durch sorgfältiges Abtasten: harte Muskelstränge, druckempfindliche Areale, Gewebe, das sich anders anfühlt als sein Umfeld.
Bei orthopädischen Verletzungen und Beschwerden wie einem Bandscheibenvorfall sind diese Punkte oft aussagekräftiger als die klassischen Lehrbuchpunkte, weil sie mir direkt zeigen, wo sich bei Dir die Stagnation von Qi und Blut tatsächlich befindet – unabhängig davon, welcher Leitbahn sie theoretisch zugeordnet wäre. Ich kombiniere sie meist mit Punkten entlang der betroffenen Leitbahnen, um sowohl lokal als auch systemisch zu wirken.
Was bewirkt Akupunktur konkret in der LWS?
In der Lendenwirbelsäule setze ich Nadeln gezielt an den verspannten Muskelsträngen und Ashi-Punkten entlang der betroffenen Leitbahnen sowie ergänzend an Punkten an Beinen und Füßen, die den Energiefluss im gesamten Verlauf regulieren.
Dadurch kann sich:
- die umliegende Muskulatur lösen und entspannen
- die Durchblutung im betroffenen Gewebe verbessern
- der Druck auf gereizte Nervenstrukturen reduzieren
- eine etwaige Schmerzausstrahlung ins Bein spürbar abschwächen
Häufig kombiniere ich das mit Tuina, um das Gewebe zusätzlich zu mobilisieren und den Effekt zu vertiefen.
Wie hoch ist die Erfolgsquote von Akupunktur im unteren Rückenbereich?
Ganz ehrlich: Eine pauschale Erfolgsquote in Prozent kann und will ich Dir nicht nennen – das wäre unseriös, denn jeder Rücken und jede Lebenssituation ist anders.
Was ich Dir aus meiner langjährigen Praxiserfahrung sagen kann: Bei den allermeisten Patient*innen mit Beschwerden im unteren Rückenbereich sehe ich innerhalb der ersten drei bis vier Behandlungen eine spürbare Veränderung – sei es weniger Schmerz, mehr Beweglichkeit oder eine deutlich ruhigere Nacht. Das ist für mich der Moment, an dem wir gemeinsam einschätzen können, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Für eine dauerhafte Verbesserung ist in vielen Fällen neben der Behandlung auch eine Kräftigung der Rumpfmuskulatur durch entsprechendes Training erforderlich.
Ist Akupunktur im Rücken schmerzhaft?
Hier lohnt sich eine Unterscheidung: Zwischen dem Einstich selbst – und dem, was danach kommt, dem sogenannten De-Qi-Gefühl.
Der Einstich wird meist kaum bemerkt. Die Nadeln, die ich verwende, sind deutlich feiner als das, was Du vielleicht von Spritzen kennst.
Das De-Qi-Gefühl ist eine andere Geschichte: Gerade bei orthopädischen Beschwerden kann es unter Umständen ziemlich intensiv sein, je nachdem, wie stark verspannt oder gereizt Dein Gewebe gerade ist. Ein deutlicher dumpfer Druck kann durchaus herausfordernd sein, auch muskelkaterartige Empfindungen oder ein starkes Ziehen – zum Beispiel ins Gesäß oder die Beine, entlang der betroffenen Leitbahn, manchmal auch bis zu anderen schmerzhaften Stellen – sind möglich.
Hin und wieder spürst Du auch, wie der akupunktierte Muskel kurz kontrahiert. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass sich eine akut verspannte Stelle löst – nicht schmerzhaft, aber für die meisten Menschen sehr ungewohnt.
All diese Empfindungen sind nicht immer angenehm, aber gute Zeichen dafür, dass ich an der richtigen Stelle arbeite – und sie geben mir wichtige Hinweise darauf, wie stark die Verkrampfung oder Reizung im betroffenen Gewebe tatsächlich ist.
Wie immer passe ich die Intensität dabei individuell an Dich und Deine akute Situation an. Im Zweifel arbeite ich lieber behutsamer und brauche vielleicht ein, zwei Behandlungen mehr, als Dich durch eine zu starke Behandlung zu überfordern.
Wie oft ist Akupunktur bei Rückenschmerzen sinnvoll?
Das hängt stark davon ab, wie lange Deine Beschwerden schon bestehen und wie akut die Situation gerade ist.
- Bei einer frischen, akuten Reizung sind oft engmaschigere Termine sinnvoll – zum Beispiel zwei- bis dreimal pro Woche über einen kurzen Zeitraum, um die Entzündung und Nervenreizung zügig zu beruhigen.
- Bei länger bestehenden oder chronischen Beschwerden arbeite ich meist zunächst wöchentlich und schaue nach etwa vier Behandlungen, ob wir in die richtige Richtung unterwegs sind.
- Danach passen wir die Abstände gemeinsam an – je nachdem, wie stabil sich Dein System zeigt.
Genauer gehe ich auf diese Frage auf meiner Seite Therapiedauer ein.
Ist Akupunktur bei einem Bandscheibenvorfall L4/L5 hilfreich?
Vorab zur Klarstellung: Akupunktur repariert keinen Bandscheibenvorfall. Was sie aber sehr gut kann, ist, die Begleiterscheinungen zu lindern, die Dir tatsächlich am meisten zu schaffen machen – Muskelverspannung, Nervenreizung, Entzündung und die daraus entstehende Schmerzausstrahlung ins Bein.
Genau hier setze ich mit den oben beschriebenen Ashi-Punkten und begleitenden Leitbahnpunkten an. Viele meiner Patient*innen mit L4/L5-Beschwerden berichten dadurch von spürbar weniger Schmerz, mehr Beweglichkeit und einem insgesamt ruhigeren Nervensystem.
Kann Akupunktur bei einer Spinalkanalstenose helfen?
Auch hier gilt: Akupunktur verändert nicht die knöcherne Enge des Spinalkanals selbst. Was sie aber sehr gut kann, ist, die begleitende Muskelverspannung, die Nervenreizung und die oft damit verbundene Schmerzausstrahlung zu lindern – und Dir dadurch mehr Beweglichkeit und Lebensqualität im Alltag zurückzugeben.
Gerade bei einer Spinalkanalstenose arbeite ich behutsam und schrittweise, da das Gewebe hier oft schon länger belastet und teilweise geschwächt ist. Eine ausführliche Diagnose zu Beginn hilft mir, genau einzuschätzen, wie kräftig oder zurückhaltend ich arbeiten sollte.
Ein Beispiel aus der Praxis
Du kommst mit einem Bandscheibenvorfall L4/L5 zu mir, spürst ein Ziehen über das Gesäß bis in die Wade und kannst Dich morgens kaum aufrichten. Nach einer ausführlichen Untersuchung taste ich Deinen unteren Rücken ab und finde deutliche Ashi-Punkte entlang der verspannten Muskulatur neben der Wirbelsäule.
Ich setze Nadeln genau an diesen Stellen, ergänze Punkte an Bein und Fuß entlang der betroffenen Leitbahn und arbeite während der Behandlung immer wieder manuell nach, um die Stagnation weiter zu lösen. Im Anschluss folgt eine sanfte Tuina-Behandlung, um das Gewebe zusätzlich zu mobilisieren.
Schon nach der ersten Behandlung berichten viele meiner Patient*innen von weniger Ziehen im Bein und einem insgesamt beweglicheren Rücken – ein erstes, ermutigendes Zeichen dafür, dass sich Qi und Blut wieder in Bewegung setzen.
Möchtest Du herausfinden, ob diese Behandlung zu Dir passt?
Wenn Du mit Deinem Bandscheibenvorfall oder Deinen Rückenschmerzen nicht länger warten möchtest, bist Du herzlich willkommen in meiner Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin in Bonn. Mehr zu meiner allgemeinen Herangehensweise bei Schmerzen findest Du auf meiner Seite Schmerzen.
JETZT ERSTTERMIN VEREINBAREN →
Wenn Du vorab noch Fragen hast, ruf mich einfach an.