Akupunktmassage, Tuina, Akupressur, Fußmassage: Was ist der Unterschied?
Viele Namen, verschiedene Methoden
Wer in Bonn nach einer Behandlung mit chinesischer Massage sucht, stößt auf eine ganze Reihe von Begriffen: Akupunktmassage, Akupressur, Tuina, Fußreflexzonenmassage, TCM-Massage. Sie klingen verwandt, meinen aber Unterschiedliches. Hier ordne ich sie ein, damit Du weißt, was sich hinter welchem Namen verbirgt und was zu Deinen Beschwerden passen kann.
Was diese Methoden verbindet
Alle arbeiten ohne Nadeln, mit den Händen oder mit einem Stäbchen. Die meisten beziehen sich auf die Leitbahnen und Akupunkturpunkte, also auf die Wege, auf denen sich Qi im Körper bewegt.
Unterschiede gibt es bei drei Fragen: Woher stammt die Methode? Wie wird gearbeitet? Und geht der Behandlung eine Diagnose voraus?
Akupunktmassage nach Penzel (APM)
Die APM wurde ab den 1950er Jahren vom deutschen Masseur und medizinischen Bademeister Willy Penzel entwickelt. Der Therapeut streicht mit einem abgerundeten Metallstäbchen entlang der Leitbahnen, einzelne Punkte können zusätzlich stimuliert werden. Zu einer Behandlungsserie gehören außerdem Narbenbehandlung und eine Behandlung der Wirbelsäule.
Die APM hat eine eigene Systematik, die die Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht voraussetzt. Deshalb wird sie auch von Physiotherapeuten, Masseuren und Heilpraktikern gelernt, die keine TCM-Ausbildung haben.
Ich arbeite selbst nicht mit der APM. Wenn Dich die Methode reizt, wende Dich gerne an eine Therapeutin oder einen Therapeuten mit entsprechender Ausbildung.
Tuina
Tuina ist die manuelle Medizin der TCM. Ich arbeite an Muskeln, Sehnen, Bändern, Gelenken und Organen und gleichzeitig am Leitbahnsystem, mit kräftigenden oder lösenden Griffen, Dehnungen, Mobilisationen und sehr sanften Vibrationen.
Der entscheidende Unterschied zu den übrigen Methoden: Vorher steht eine Diagnose nach den Regeln der TCM. Was ich mit den Händen tue, ergibt sich aus Deinem Befund und aus Deinem Zustand am Behandlungstag. Mehr dazu findest Du auf der Seite zu Tuina in Bonn.
Akupressur
Bei der Akupressur wird mit Fingerkuppen, Daumen, Handballen oder Ellbogen Druck auf Akupunkturpunkte ausgeübt. Es sind dieselben Punkte wie bei der Akupunktur, nur setzt der Reiz hier ohne Nadel an und fällt milder aus.
In der TCM ist Akupressur keine eigene Säule, sondern eine Technik innerhalb der Tuina. Entsprechend geht ihr in meiner Praxis auch eine Diagnose nach den Regeln der TCM voraus, so wie bei der Tuina insgesamt. Was ich behandle, ergibt sich aus Deinem Befund, nicht aus einem festen Schema.
Akupressur eignet sich außerdem für zu Hause: Viele Menschen drücken bei Kopfschmerzen instinktiv auf Schläfen oder Nasenwurzel. Welche Punkte für Deine Beschwerden geeignet sind und wie Du sie drückst, zeige ich Dir gern in der Behandlung.
Eine besondere Form ist die Daoistische Organ-Akupressur, die ich bei Verdauungsbeschwerden einsetze, auch ihr geht eine ausführliche Diagnose voraus. Sie arbeitet an Bauch, Brust und Rücken und spricht die Bauchorgane an.
Fußmassage und Fußreflexzonentherapie
Eine Fußmassage entspannt die Füße und tut gut. Die Fußreflexzonentherapie geht weiter: Sie versteht den Fuß als Landkarte des Körpers, in der sich Organe, Wirbelsäule und Gelenke in bestimmten Zonen abbilden.
In meiner Praxis verbinde ich die klassische Methode nach Hanne Marquardt mit der chinesischen Fußmassage und beziehe Leitbahnen und Akupunkturpunkte an Fuß und Unterschenkel ein. Die Arbeit über die Füße ist sehr gut dosierbar und eignet sich deshalb besonders, wenn Du sehr erschöpft bist oder noch Respekt vor Nadeln hast. Alles Weitere steht auf der Seite zur Fußreflexzonentherapie.
„Chinesische Massage“ oder „TCM-Massage“ als Suchbegriff
Beide Bezeichnungen sind nicht geschützt. Dahinter kann eine Wellnessmassage stehen, die sich an chinesischen Griffen orientiert, oder eine therapeutische Behandlung. Beides hat seinen Platz. Für die Auswahl helfen folgende Fragen:
- Gibt es vor der Behandlung ein Gespräch und eine Untersuchung?
- Welche Ausbildung in Chinesischer Medizin hat die Person, die behandelt?
- Ist die Person Heilpraktiker/in oder Ärzt/in und darf damit therapeutisch arbeiten?
- Wird die Behandlung auf Deine Beschwerden abgestimmt oder läuft ein festes Programm ab?
Auch Tuina kann reine Entspannung sein. Wenn Du eine Auszeit suchst, behandle ich Dich genau so: mit ruhigen Streichungen, feinen Vibrationen und wiegenden Bewegungen.
Welche Methode passt wann?
- Schmerzen am Bewegungsapparat: Tuina, meist kombiniert mit Akupunktur. Mehr dazu unter Schmerzen behandeln.
- Verdauungsbeschwerden: Daoistische Organ-Akupressur, häufig kombiniert mit Akupunktur.
- Stress und innere Anspannung: je nach Zusammenhang Tuina, Daoistische Organ-Akupressur, Fußreflexzonentherapie und/oder Akupunktur.
- Erschöpfung oder Respekt vor Nadeln: Fußreflexzonentherapie oder Tuina ohne Akupunktur.
- Entspannung: Tuina oder Fußreflexzonentherapie als Wellnessbehandlung.
- Etwas für zu Hause: einzelne Akupressurpunkte, die ich Dir zeige.
Ein Beispiel aus der Praxis
Du suchst nach „Akupunktmassage“, weil Du Rückenschmerzen hast und keine Nadeln möchtest. Bei mir beginnt der erste Termin mit einem ausführlichen Gespräch, danach fühle ich Deinen Puls, betrachte die Zunge, taste den Bauch und untersuche den schmerzhaften Bereich.
Aus diesem Befund ergibt sich der Plan: Vielleicht Tuina am Rücken, weil das Gewebe verspannt und kalt ist, vielleicht ergänzt durch die Füße, wenn Du erschöpft bist. Nadeln setze ich nur, wenn Du das möchtest. Bis dahin arbeite ich ausschließlich mit den Händen.
Dein nächster Schritt
Du bist unsicher, welche Methode zu Deinen Beschwerden passt? Dann ruf mich einfach an. Das Gespräch kostet nichts und verpflichtet Dich zu nichts. Ich sage Dir, was aus meiner Sicht infrage kommt, auch wenn Du danach keinen Termin bei mir möchtest.
Wenn Du anschließend gern bei mir behandelt werden möchtest: ERSTTERMIN ONLINE VEREINBAREN →
Wie ein erster Termin abläuft, steht unter Erster Termin.